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Drogen, Bomben und gebratenes Eis

22. Dezember 2008

Lange ist es her… . Der Abschiedsschmerz, der Kulturschock als ich wieder in Deutschland war und das eingewöhnen in die heimische Uni. Nach 1-2 Monaten wirkte das Leben in Japan wieder ganz weit weg und der Alltagstrott war wieder eingekehrt.
Mein Vorhaben in Japan meinen Zweitwohnsitz zu haben und damit ca. 6 Monate im Jahr in Japan zu sein bin ich bisher treu geblieben. So bin ich wieder in Japan gelandet. Diesmal fuer einen kurz/Umzugs-Aufenthalt.

Und: es macht Spass. Egal ob man am Flughafen auf Bomben oder Drogen kontrolliert wird, den ganzen Tag verschläft und sich mitten in der Nacht dazu entschließt sich was beim 24 Std. Markt zu holen und sich dann die Nacht mit japanischen Serien um die Ohren Schlägt oder ein Eis bestellt, welches dann in die Pfanne gehauen wird, und während es zu einer Kugel gebraten wird man von der 6 Köpfe Belegschaft „I wish you a marry Ice Cream I wish you a marry ice cream I wish you a marry ice cream, and a happy new year“ gesungen bekommt, …. Japan ist einfach super. Und nichts stresst. (höchstens muss man lachen oder man schämt sich)

Nehmen wir den Fall mit der Bombe in meiner Tasche – die da ja gar nicht war.
Nach einem 15 Stunden-Horror-Flug in Tokyo angekommen, hetzte ich durch die Sicherheitskontrollen, weder Fingerprint-Check, Photo, Wohnortsbestimmung und herzlicher Willkommenheisung des Gepäckkontrolleurs konnten mich lange aufhalten. In meinem Kopf nur das strahlende Gesicht meiner Freundin, die in erster Reihe der Wartenden in der Empfangshalle steht – denkst de. Als ich Rauskam, wanderte mein Blick einmal Quer durch dem Raum, und mein Weltbild war ungefähr gleich zerstört wie das von Luck Skywalker als er erfährt, dass sein Wiedersacher Darth Vader in wirklichkeit sein Vater ist. Lange Rede kurzer Sinn: Ich war bißchen enttäuscht.
Was macht man in so einem Fall? Man kauft sich einen Emeral Mountain Blend (Cafe), und wartet.
Und wenn ein Außländer zu lange wartet dann wird er schon mal verdächtig, so auch ich. nach ca. 50 min. standen 2 Polizisten und ein Hund vor mir. Der Polizist forderdet den Hund erst mal auf an meinem Gepäck zu schnüffeln. Dieser maschierte schnurstracks an mir vorbei, zu der Frau die hinter mir stand, und leckte ihr die Hand. In Deutschland bellen die Hunde ja, wenn was verdächtig ist. Naja, andere Länder andere Sitten, dachte ich mir während ich mich auf mein Verhör vorbereitete. Ich wurde in recht unverständlichem Englisch aufgefordert, Pass und Flugticket zu zeigen, und die selben Angaben die ich schon mehrfach in der Personal/Gepäck- und Passkontrolle gemacht hatte.
Ja, ich mache hier Urlaub und Ja, ich würde eine Bleibe haben. Nein, ich hätte keine illegalen Sachen bei mir. Nein auch kein Sprengstoff. Ja, ich fliege in 2 Wochen schon wieder, dies wäre nun mal so bei einem Aufenthalt über Weihnachten und Neujahr. Brav antwortete ich in höfflichem japanisch.
Ich war noch mittem im „Verhör“, der Polizist, kontrollierte gerade mein Pass – zum zweiten mal – als meine Freundin mit 60 min Verspätung mit Gesichtsmaske vermummt ankam. Ich warf ihr als erstes ein japanisches „Mensch, du bist spät“ entgegen, woraufhin der Polizist hochfuhr und mich verwundert fragte; „sprechen sie japanisch?“

Hier möcht ich die Geschichte mal abbrechen. Was ich eigentlich damit sagen wollte. Wer schon mal nach ein paar Wochen schönem Urlaub im freuntlichen Ausland wieder in Deutschland ankam, dann auf einen der wohl-beleibten und äußerst schlecht gelaunten deutschen Staatsbeamten getroffen ist, weiß wie sehr man sich gern wieder sofort ins Flugzeug setzen würde. In Japan ist dies für mich aber anders. Selbst wenn die Kontrollen noch so unnötig zu sein scheinen, ich wurde hier bis jetzt nie unfreundlich behandelt. Auch bei meiner letzten Kontrolle. Der Beamte meinte nach Ankunft meiner Freundin schnell, dass alles bestens sei, entschuldigte sich für meine Mühen und sprach zum schluss noch seine Bewunderung für meine Japanischkenntnisse aus.
Klar, vielleicht würde sich mein Denken ändern, wenn ich hier länger wohnen würde. Nach aber insgesammt fast 1.5 Jahren Japanaufenthalt, bin ich noch weit entfernt von Gewaltfantasien die ich gelegentlich in Deutschland entwickle.

Ich weiß ned ob man es so verallgemeinern kann, aber mich dunkt es immer noch, dass man in Japan im öffentlichen Raum freundlicher behandelt wird als bei uns zu Hause.

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Da wars schon vorbei und es ist G-Tag

1. September 2008

Es ist schon wieder eine Weile her, dass ich hier was geschrieben hab. Die Uni ist jetzt vorbei und ich zaehle schon die Tage bis ich wieder nach Deutschland muss. Es ist ein recht schmerzhaftes zaehlen. Wenn ich an die ganzen schönen Erinnerungen die ich hier gewonnen hab und mein Leben in Japan denke, meine Gedanken dann nach Deutschland schweifen bleibt mir nur noch der Griff zum Kotzbeutel.

Zu allem Übel ist Morgen(Heute) auch noch G-Tag. Wer mich bissal kennt weiss ja das ich den eh ned so schaetz. Zudem wirds Morgen noch bitterer weil es nix zu tun gibt. Aber gleich gar nix. Dank eines beispielhaften Finanzmanagement meinerseits, wird aus der großen Feier und brennende Kerzen auf einem Geburtstagskuchen im Luxushotel nun die Mülltone vom Obdachlosen Fukuda angezuendet.

Jetzt aber im ernst. Da die meisten Kollegen von mir eh nach Hause entschwunden, beschäftigt oder krank sind, wirds recht lahm. Zudem kommt die von mir oben angeschnittene Deutschland-Vorfreuds-Laune, die dem G-Tag zusaetzlich eine giftgruene Note verleit. Jetzt aber konkret der Plan nach Aufwachen.

1.Aufstehen und Zaehneputzen (da ich nun 26 bin habe ich mir vorgenommen mein Leben grundlegend zu aendern)
2. Spaziergang mit Krückstock um Brot und Kaffee zu kaufen
3. Kimtaku (mein persoenlicher jap. Superheld im Kochgewand) = jap. Sops und Kochsendungen mit dem Typ auf dem Bild oben.
4. Mittagessen mit Freundin und ihren Arbeitskollegen ( auf die ich mich besonders freue)
5. Nichts tun (zwei mal)
6. Abend. Essen gehen. Spaß haben weil G-Tag ist. Wenn die Zeit noch reicht. Waschen.

7. Ende. Schlafen und die Bilder von dem Tag Online zu stellen (was ich wohl bis morgen schon wieder vergessen hab, oder als scheiss idee erachten werde)

so, jetzt gehts ins Bett.
P.S Danke Frederick. Cool cool sag ich nur 😉

… und da waren es nur noch drei Wochen

30. Juni 2008

Die Zeit vergeht wie im Flug. Da schrieb ich gerade noch, Halbzeit, und jetzt ist das Semester gleich wieder um. Genauer gesagt, in drei Wochen. Mir machts bissal Angst, wenn die Zeit weiter so schnell vergeht, bin ich in einer Woche unter der Erde.
Wie bereits erwaehnt, stecke ich bis zum Hals in Arbeit, entweder schreibe ich Aufsaetze wie ein Verrueckter, oder ich arbeite. Wenn ich mal ne freie Minute hab, mach ich im Grunde nix außer vorm TV Terroristen ueber n Haufen zu schießen. Hab mir schon den Orden fuer den Kopfschussmeister gesichert. Waerend ich das hier schreibe, sehe ich nebenbei gerade den schockierenden Bericht im TV, das ich fuer n Flugticket bald das Doppelte blechen muss.
Hier nun der damit zusammenhaengende Aufruf:
Liebe Verwandte die ihr oft meinen Geburtstag vergesst. Ihr wisst, dieses mal waere die Zeit gekommen. Schenkt mir n beschissenes Paar Schwimmfluegel! Ich schwimm heim…..(ansonsten waer n Batzn a ned ohne – diesmal)

Was machst du den fuer Jobs? kam da die frage aus m OFF. Nun, 1mal Model, 3mal Deutsch/Englisch Lehrer. Belastet, weil ich bei den Lehrern Jobs immer zwischen 11-12 in der Nacht nachhause komm. Ist naemlich recht weit weg. Die vom Meister Schaller so treffend beschriebene größenwahnsinnige Wahnvorstellung „ich kauf mir die Insel“, der auch ich wohl das erste halbjahr verfallen war, ist nun der realistischen Version gewichen, die da heißt; „wer sich die Insel kauft, arbeitet auch wie ein arsch“.

Ok, meine anfaengliche Schreiblust, ist gerade einem leicht depressiven drang nichts zu tun gewichen. In diesem Sinne!

Aufwiedersehen

Leb noch

28. Juni 2008

Tach,

ich leb noch. Viel zu erzählen gäbs auch, bin aber gefangen zwischen Arbeit, Uni und Stress. Wenn ich mich von dem ganzen Mist mal bissal lösen kann, bin ich wieder mit Beitraegen am Start. bis dato, viele liebe Grüße aus Tokyo