Drogen, Bomben und gebratenes Eis

by

Lange ist es her… . Der Abschiedsschmerz, der Kulturschock als ich wieder in Deutschland war und das eingewöhnen in die heimische Uni. Nach 1-2 Monaten wirkte das Leben in Japan wieder ganz weit weg und der Alltagstrott war wieder eingekehrt.
Mein Vorhaben in Japan meinen Zweitwohnsitz zu haben und damit ca. 6 Monate im Jahr in Japan zu sein bin ich bisher treu geblieben. So bin ich wieder in Japan gelandet. Diesmal fuer einen kurz/Umzugs-Aufenthalt.

Und: es macht Spass. Egal ob man am Flughafen auf Bomben oder Drogen kontrolliert wird, den ganzen Tag verschläft und sich mitten in der Nacht dazu entschließt sich was beim 24 Std. Markt zu holen und sich dann die Nacht mit japanischen Serien um die Ohren Schlägt oder ein Eis bestellt, welches dann in die Pfanne gehauen wird, und während es zu einer Kugel gebraten wird man von der 6 Köpfe Belegschaft „I wish you a marry Ice Cream I wish you a marry ice cream I wish you a marry ice cream, and a happy new year“ gesungen bekommt, …. Japan ist einfach super. Und nichts stresst. (höchstens muss man lachen oder man schämt sich)

Nehmen wir den Fall mit der Bombe in meiner Tasche – die da ja gar nicht war.
Nach einem 15 Stunden-Horror-Flug in Tokyo angekommen, hetzte ich durch die Sicherheitskontrollen, weder Fingerprint-Check, Photo, Wohnortsbestimmung und herzlicher Willkommenheisung des Gepäckkontrolleurs konnten mich lange aufhalten. In meinem Kopf nur das strahlende Gesicht meiner Freundin, die in erster Reihe der Wartenden in der Empfangshalle steht – denkst de. Als ich Rauskam, wanderte mein Blick einmal Quer durch dem Raum, und mein Weltbild war ungefähr gleich zerstört wie das von Luck Skywalker als er erfährt, dass sein Wiedersacher Darth Vader in wirklichkeit sein Vater ist. Lange Rede kurzer Sinn: Ich war bißchen enttäuscht.
Was macht man in so einem Fall? Man kauft sich einen Emeral Mountain Blend (Cafe), und wartet.
Und wenn ein Außländer zu lange wartet dann wird er schon mal verdächtig, so auch ich. nach ca. 50 min. standen 2 Polizisten und ein Hund vor mir. Der Polizist forderdet den Hund erst mal auf an meinem Gepäck zu schnüffeln. Dieser maschierte schnurstracks an mir vorbei, zu der Frau die hinter mir stand, und leckte ihr die Hand. In Deutschland bellen die Hunde ja, wenn was verdächtig ist. Naja, andere Länder andere Sitten, dachte ich mir während ich mich auf mein Verhör vorbereitete. Ich wurde in recht unverständlichem Englisch aufgefordert, Pass und Flugticket zu zeigen, und die selben Angaben die ich schon mehrfach in der Personal/Gepäck- und Passkontrolle gemacht hatte.
Ja, ich mache hier Urlaub und Ja, ich würde eine Bleibe haben. Nein, ich hätte keine illegalen Sachen bei mir. Nein auch kein Sprengstoff. Ja, ich fliege in 2 Wochen schon wieder, dies wäre nun mal so bei einem Aufenthalt über Weihnachten und Neujahr. Brav antwortete ich in höfflichem japanisch.
Ich war noch mittem im „Verhör“, der Polizist, kontrollierte gerade mein Pass – zum zweiten mal – als meine Freundin mit 60 min Verspätung mit Gesichtsmaske vermummt ankam. Ich warf ihr als erstes ein japanisches „Mensch, du bist spät“ entgegen, woraufhin der Polizist hochfuhr und mich verwundert fragte; „sprechen sie japanisch?“

Hier möcht ich die Geschichte mal abbrechen. Was ich eigentlich damit sagen wollte. Wer schon mal nach ein paar Wochen schönem Urlaub im freuntlichen Ausland wieder in Deutschland ankam, dann auf einen der wohl-beleibten und äußerst schlecht gelaunten deutschen Staatsbeamten getroffen ist, weiß wie sehr man sich gern wieder sofort ins Flugzeug setzen würde. In Japan ist dies für mich aber anders. Selbst wenn die Kontrollen noch so unnötig zu sein scheinen, ich wurde hier bis jetzt nie unfreundlich behandelt. Auch bei meiner letzten Kontrolle. Der Beamte meinte nach Ankunft meiner Freundin schnell, dass alles bestens sei, entschuldigte sich für meine Mühen und sprach zum schluss noch seine Bewunderung für meine Japanischkenntnisse aus.
Klar, vielleicht würde sich mein Denken ändern, wenn ich hier länger wohnen würde. Nach aber insgesammt fast 1.5 Jahren Japanaufenthalt, bin ich noch weit entfernt von Gewaltfantasien die ich gelegentlich in Deutschland entwickle.

Ich weiß ned ob man es so verallgemeinern kann, aber mich dunkt es immer noch, dass man in Japan im öffentlichen Raum freundlicher behandelt wird als bei uns zu Hause.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: