Archive for Dezember 2007

Neujahr im Knast, dann mit den coolsten Leuten in Tokyo feiern

31. Dezember 2007

Dies ist fuer die im Westen wohnenden bestimmt: Ich bin euch jetzt was vorraus (nein, ich mein jetzt nicht, dass ich immer noch nicht die Deutsche Rechtschreibung beherrsche, das is ja nix neues). Bin schon ein Jahr weiter als ihr! Ihr müsst noch 2Std.22Min. warten. Dann werde ich während meines Schlafs mit einer Gehirnzelle an euch denken und sagen, „gutes Neues“ ….tja, und so weiter.

Wir waren heute zunaechst in einem Gefängnis aehnlichem Lokal Abendessen, danach hat sich die 12 Mann Truppe in die Shibuya und die Roppongi Gumi gespalten. Ich war der Zweithäuptling der Roppongi Gumi (an „Simon befiehlt“ komm ich noch nicht ran, davor müsste er sterben oder das Land verlassen ;), und so wurde in meinem Stammclub gefeiert bis es um 2:30 so voll war, dass man weder tanzen, atmen noch richtig denken konnte. Recht hirntot sind wir dann nach Hause gesteuert, wobei von unser 7 Mann starken Gumi nur 4 Überlebt haben. Eine Dame wurde von japanischen Terroristen entfuehrt und vermutlich einer Gehirnwaesche unterzogen („lasst uns schnell gehen, lasst uns schnell gehen. ich will nach hause“ ……. „äääaeh neeeee, aeh ich bleibe hier, geht ruhig ohne mich….“), und meine beiden lieblings Bayern wurden wohl vom japanischen Gott des Trunkheitspaarungstanzes ins Hotel zurueck gebeamt um dort …….. Schönheitsschlaf zu halten.

Zum Schluß möcht ich noch sagen: servus 2008! wehe du wirst wieder so anstrengend wie dein Vorgaenger! Dann setze ich naechstes Jahr ne Runde aus!

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Rocker und Schocker Vol.5

28. Dezember 2007

Heute Schocker No.2, ganz kurz weil es hier 7 uhr in der Früh ist, und ich nicht geschlafen hab. War im Club und das ist normalerweise anstrengend in Japan.

Hier der Schocker No.2 – Japanisches Klopapier

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Mit ein wenig Vorstellungskraft könnt ihr euch nun denken was hier schockt. Normal ist das Klopapier hier viel dünner als in westlichen Breitengraden.  Kann sogar vorkommen, das wenn man eins im Laden kauft, dieses dann nur einblättrig ist, und dieses eine Blatt ist dann gerade mal ein drittel so dünn wie in Deutschland. Wenn man dann mal vergisst, das  doppelt/dreifach (oder noch viel viel mehrere) Blätter zu benutzen, dann…….. mei, ist halt einfach scheisse

Wer ist Masako?

28. Dezember 2007

Für all die, die sich immer gewundert haben wer den eigentlich diese Masako ist, die fuer mich fast wie ne ältere Schwester ist, bei der ich schon unzählige Male untergekommen bin und wo ich sogar mein eigenes Zimmer hab. Gestern wurde ich zum „Schwiegereltern kennenlernen“ eingeladen. Neben 4 Stunden 5Gänge Menü verspeißen, wurde mein Japanisch auf eine harte Probe gestellt, jetzt weiß ich aber was がたがた – gatagata bedeutet, weil der Opa das immer verwendet hat. Bei ihm war alles gatagata = klappern, knarren. Damit meinte er nicht nur sich selbst, sondern Autos, Züge und auch Vögel haben bei ihm geklappert 🙂 . (Masako ist die junge Frau unten links)

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Rocker und Schocker Vol.4

27. Dezember 2007

Liebe Leut, das Fest der Liebe ist vorbei! Es wird Zeit fuer…… DIE S-C-H-O-C-K-E-R.

Genau genommen fuer den Schocker. Hab mal wieder kein Bock und keine Zeit. Danke wie immer fürs Verstaendnis. Da eure Kommentare derartig Zahlreich sind, verbringe ich den ganzen Tag nur mit Antworten schreiben. Wird mir langsam fast zuvielo, und ich überleg mir schon, es wie der gute alte Sapporo-Kalle zu machen, „nix mehr schreiben und tot stellen spielen“.

Bis meine Finger aber so wund sind, dauert es noch ein wenig, also hier nun mal der versprochene Schocker ( da die Weihnachtsliebesgefühle noch in der Luft sind, nehme ich Rücksicht auf eure Gefühle, erzaehle also nichts von japanischer Kinderpornographie oder aehnlichem, sondern werde den Ball mal fuer erste flach halten. Jetzt heißt es, Sicherheitsgurte anlegen und die Wunderdichtüte bereithalten. Es geht los.

Schocker No.1

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Mc Donald oder „Macu“ wie er hier genannt wird, wirt neuerdings mit dem „24 Hour Smile“ Slogan. In der neusten Tv Werbung, die ich leider nicht gefunden hab, sieht man  Geschäftsmann in dekadentem fetten Wagen, in Drive in fahren. Sein Gesicht, angeschlagen vom 12 Stunden Arbeitstag mit anschließendem Ehefrau hintergehungs Akt, wird nach der Bedienung, durch die dauer-lächelnde McDonalds Schönheit, sofort von allen Strapazen des Tages befreit. Grinsend fährt der Werbeheld von dannen. Soweit das Bild, das vermittelt werden soll. Mc Donald hatte hier vor paar Jahren schon, das Smile Angebot fuer sich entdeckt. Damals aber noch auf der Speisekarte, wo zwischen Cheesburger und Fritten „Smile“ fuer 0 Yen zu finden war. Heute klatschen sie dir das Lächeln nun 24 Stunden um die Ohren. Etwa so….

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Is ja im Grunde ne schöne Sache. Und wenn wir mal ehrlich sind, wird man so richtig nett bedient, mit freundlichem Model lächeln, dann schmeck das Essen hinterher ja wirklich besser. Hier nun der Hacken. In Japan gibt es immer noch Probleme, was die symetrisch richtige Anordnung der Zähne betrifft. So trifft man nur zu oft nicht auf oben gesehenes Bilderbuch-Wohlfühllächeln, sondern auf sowas

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…wer sich von dem Schock erholt hat, sucht sich nun also seinen Platz (falls er nicht die Flucht ergriffen hat), und beginnt die Einverleibung der frisch zubereiteten Köstlichkeiten. Bitte, behaltet den Geschäftsmann im Kopf, der nach seinem Besuch, glücklich und zufrieden seinen Heimweg antritt. Das sollte nun ja auch fuer einen „in-door“ Aufenthalt im Mc Donald gelten. Die Hauptaussage bei Mc Donald dieser Tage ist ja, „wir machen sie glücklich“.

Ich bin drauf reingefallen. Hatte neulich noch 1 Std. Zeit bevor ich mich mit Freunden getroffen hab. Da kam mir der Gedanke, mich eben in den „Macu“ reinzusetzen, mir ne kleinigkeit zu kaufen und die Stunde mit Speis und Trank und einem Buch zu verbringen. Und was ist nun wohl passiert!?! Ich finds ja immer noch so schön, das es eigentlich gar nicht wahr sein kann. Ich saß keine 10 min, meine Cola war halb leer – meine Fritten noch kaum angerührt, in mein Buch vertieft an meinem Tisch, als da eine Mc Donald Mitarbeiterin zu mir kam. Freude kam auf, den nun konnte auch ich, wie der Held im TV, in den Genuß des Mc Donald Wohlfühl-Lächeln kommen. Die Erwartungen waren groß: „Ich hoffe es schmeckt ihnen, Herr Gast“ sagte die Angestellte strahlend, „bitte genießen sie ihr Essen“. …………….
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Das wäre in der Werbung passiert. Aber heut ist kein Weihnachten und dies ist ein S-C-H-O-C-K-E-R! Schon vergessen? Mit einer Visage als hätte man ihr in ihre guten-Morgen Misosuppe geschissen meinte sie sachlich; „Buchlesen nicht erlaubt! Bitte verlassen sie das Lokal!“. Ja, ihr habt richtig gehört. Ich wurde aus einem Mc Donald rausgeworfen. Nachdem ich mit perfektem Japanisch (すみません。。。、日本語全然出来ないんだ) geantwortet hatte, ich spräche kein Japanisch, kam von ihr auf English; „don`t sit here, please go“.

Fuer jeden Deutschen wär der Fall wohl klar. Ich vermute keiner wär so blöd und würde das Lokal verlassen. Konfrontation wäre angesagt, und das auf gewohnt hohem deutschen Nivau. Ich sah mich in dem Moment aber in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite, die Geschichte (wie bisher gelesen) mit anschließendem Konfliktaufbau und deutsch-japanischen Diskussionsshowdown, auf der andern Seite die einmalige Chance seinen Enkelkindern noch erzählen zu können, dass man aus einem Mc Donald rausgeworfen wurde. Ich bin also gegangen, und hab mich nochmal auf japanisch entschultigt, dass ich der ihr solche Umstaende bereitet habe.

Jetzt zum Hintergrund, und der ist ernst. In Japan gibts derzeitig ein Problem. Das sind die „Mc Donald Leute“. Dabei handelt es sich um folgendes (vereinfachte Darstellung). Leute haben mehrere Jobs, und können sich trotzdem nur knapp über Wasser halten. Wenn diese Leute nun ,wegen welchen Gründen auch immer, sich ihre Wohnung nicht mehr leisten können (oft Arbeiten sie zu dem Zeitpunkt noch), gibts immer noch ne Alternative. Mc Donald. Der hat ja oft 24 Stunden am Tag offen. Und so ist es gekommen, dass es hier Leute gibt, die tatsächlich im Mc wohnen. Natürlich nehmen die ihr Hab und Gut nicht mit, sondern nur das was sie am Leib tragen. Für diese Leute gilt wohl folgendes; „Ein Tag Mc = gewisse Anzahl von Getränken und Essen, damit man nicht „negativ“ auffaellt. Am Ende kommen sie am Tag auf 1500 Yen, was zig mal billiger ist wie eine Wohnung (selbiges gibt es im übrigen auch mit Manga/Internet Cafes, die in Japan mittlerweile auch bewohnt werden. Das ist wohl die Luxusvariante dieser Wohnart, zwar zahlt man rund 1000 Yen mehr, hat aber eine bessere Schlafmöglichkeit, und gelegentlich sogar eine Dusche – die gibts naemlich in manchen Manga/Internet Cafes). Irgendwann fliegen diese Leute natürlich raus, so wartet am Ende die Straße auf sie. Ab diesem Moment ist es dann auch schnell aus mit den Jobs, und man steckt so richtig im Obdachlosensumpf. Leider kann ich hier nur die absolute Kurzfassung niederschreiben. Mit diesem Thema könnte man wohl eine ganze Arbeit schreiben (also, liebe Japanologen-Besserwisser-Freaks, habt Nachsicht).

So lässt sich mein Rauswurf auch irgendwie erklären. Wobei die Frage bleibt, ob die nette Dame, die mich vor die Tür gesetzt hat, mich nun fuer einen dieser oben beschrieben „Mc Donald Menschen“ gehalten hat, oder man bei Mc Donald momentan einfach sehr gereizt auf „nicht normal essende“ Leute reagiert. ….Scheiss der Hund drauf. Ich denk, ich bin der erste in meinem Freundeskreis, der aus einem Mc Donald rausgeworfen wurde. Den Spaß kann mir keiner mehr nehmen….. und das schönste ist, dass mir das im eigentlichen Service-Himmel Japan passiert ist 🙂

gute nacht!